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📅2026-07-25
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Hitzewelle Ende Juli 2026 in Österreich: Was gesichert ist – und was die neue Hitze-V für Sie bedeutet

Nach der Rekord-Hitzewelle im Juni zeichnet sich für Ende Juli und die ersten Augusttage der nächste Hitzeschub ab. Eine amtliche Warnung von GeoSphere Austria dafür gibt es zum Redaktionsschluss nicht – die kursierenden 42- und 43-Grad-Karten stammen von privaten Anbietern, nicht vom nationalen Wetterdienst. Was Österreich in diesem Sommer aber von den Nachbarländern unterscheidet, ist etwas anderes: Seit 1. Jänner 2026 hat eine Hitzewarnung rechtliche Folgen am Arbeitsplatz. Und in Wien dürfen Gemeindebaumieterinnen und -mieter seit Mai erstmals Klimageräte montieren.

Was für Ende Juli gesichert ist – und was nicht

Der nächste Hitzeschub wird für den Zeitraum ab etwa 31. Juli bis in die ersten Augusttage erwartet. Diese Einschätzung stammt aus der medialen Wetterberichterstattung, nicht aus einer amtlichen GeoSphere-Warnung – zum Redaktionsschluss dieses Artikels lag keine aktive Hitzewarnstufe vor.

Die in Umlauf befindlichen Spitzenwerte von 42 oder 43 Grad stammen aus Rohmodell-Karten privater Wetteranbieter. Das ist kein Betrug, aber es ist auch keine Prognose: Bei zehn Tagen Vorlauf zeigen solche Läufe eine mögliche, nicht die wahrscheinliche Entwicklung.

Verbindlich sind die Warnungen von GeoSphere Austria. Prüfen Sie den Stand kurz vor dem Wochenende – gerade weil in Österreich an der gelben Stufe inzwischen Pflichten hängen (dazu gleich mehr). Aktuelle Temperaturen in österreichischen Städten sehen Sie live auf Hitze jetzt.

Die Hitze-V: Warum eine gelbe Warnung in Österreich mehr ist als eine Information

Seit 1. Jänner 2026 gilt in Österreich die Hitzeschutzverordnung, kurz Hitze-V. Ihr Kern: Eine Hitzewarnung von GeoSphere Austria ist nicht mehr nur ein Hinweis, sondern löst konkrete Pflichten für Arbeitgeber aus. Damit unterscheidet sich Österreich strukturell von Deutschland, wo Hitzewarnungen reine Informationen bleiben.

Maßgeblich ist dabei nicht die Lufttemperatur allein, sondern die gefühlte Temperatur. Fachlich beruht dieses Konzept auf dem Klima-Michel-Modell, das ursprünglich der Deutsche Wetterdienst entwickelt hat – auch in Österreich wird also Luftfeuchte, Wind und Strahlung mitgerechnet, nicht bloß der Thermometerwert.

Praktisch heißt das: Wer im Freien oder in nicht klimatisierten Hallen arbeitet, sollte wissen, ab wann für den eigenen Bezirk eine Warnung gilt. Bei schwüler Luft kann die Warnstufe früher greifen, als der Blick aufs Thermometer vermuten lässt.

Juni 2026: Wiens 40,0 Grad – und warum der Bundesrekord trotzdem hielt

Am 29. Juni 2026 registrierte die GeoSphere-Messstelle Wien-Innere Stadt um 16.35 Uhr exakt 40,0 Grad – die heißeste je in Wien gemessene Temperatur, bei einer Messreihe, die bis 1775 zurückreicht. Es war erst das zweite Mal überhaupt, dass in Österreich die 40-Grad-Marke fiel.

Der österreichische Allzeitrekord von 40,5 °C aus Bad Deutsch-Altenburg (8. August 2013) hielt damit – ein GeoSphere-Sprecher bestätigte das noch am selben Abend gegenüber der APA. Die Tagesspitze war knapp: Langenlebarn und Wien-Stammersdorf meldeten je 39,9 °C, 14 Stationen lagen bei 39 °C oder darüber, 40 Stationen bei mindestens 38,0 °C.

Die Dimension der Welle zeigt sich erst in der Fläche: 157 von 277 österreichischen Stationen stellten neue Juni-Höchstwerte auf, 66 sogar neue Jahresrekorde. Der wissenschaftliche Generaldirektor von GeoSphere Austria, Andreas Schaffhauser, ordnete es so ein: „Solche Hitzewellen werden zukünftig heißer, häufiger, dauern länger und treten deutlich früher im Jahr auf.“

Für Schlaf und Gesundheit war aber eine andere Marke entscheidend: An der Wiener Jubiläumswarte sank die Temperatur in der Nacht auf den 29. Juni nicht unter 27,3 °C – die wärmste je an einer GeoSphere-Station gemessene Nacht.

989 Hitzetote gegen 351 Verkehrstote

Die AGES weist für den Sommer 2024 rund 989 hitzeassoziierte Todesfälle in Österreich aus; für 2025 lag die Zahl bei 449. Zum Vergleich: Die Statistik Austria zählte für das gesamte Jahr 2024 351 Verkehrstote. Hitze fordert in Österreich also im Sommer allein rund das 2,8-Fache dessen, was der Straßenverkehr im ganzen Jahr fordert.

Der Vergleich ist deshalb aussagekräftig, weil beim Straßenverkehr niemand über die Sinnhaftigkeit von Gurten und Tempolimits diskutiert – bei Hitzeschutz aber sehr wohl über die Kosten von Beschattung.

Ein weniger bekannter Nebeneffekt: An Hitzetagen steigt laut einer Auswertung von Unfalldaten der Statistik Austria mit GeoSphere-Wetterdaten auch die Zahl der Verkehrsunfälle um rund 13 %. Hitze schlägt auf Konzentration und Reaktionszeit.

Wien: 14 Tropennächte – und Klimageräte im Gemeindebau erstmals erlaubt

Wien zählte im Juni 2026 14 Tropennächte – im Mittel der Periode 1961–1990 waren es 2,5. Eine Satellitenauswertung vom 30. Juni ergab in Teilen der Stadt Bodentemperaturen von fast 50 °C. Der Unterschied zwischen Stadt und Umland entsteht dabei vor allem nachts: Beton und Asphalt geben die tagsüber gespeicherte Wärme zurück.

Für Mieterinnen und Mieter im Gemeindebau hat sich in diesem Frühjahr etwas Grundlegendes geändert: Seit 20. Mai 2026 erlaubt Wiener Wohnen die Montage von Klimageräten. Zuvor war das faktisch nur ab Pflegestufe 6 möglich. Das betrifft rund ein Viertel aller Wiener Haushalte.

Bemerkenswert ist, dass Wiener Wohnen im selben Text auf außenliegenden Sonnenschutz verweist – und die AGES empfiehlt wörtlich dasselbe. Der Grund ist bauphysikalisch simpel: Was draußen abgeschattet wird, muss drinnen nicht weggekühlt werden. Die Stadt Wien fördert außenliegenden Sonnenschutz mit 50 % der Kosten, maximal 1.500 €.

Details zu Typen, Preisen und Förderansuchen haben wir im Artikel Außenhitzeschutz in Österreich zusammengestellt.

Was jetzt in der Wohnung wirklich hilft

Die Sonne draußen stoppen. Raffstore, Rollladen oder Screen blockieren einen Großteil der Sonnenenergie, bevor sie durchs Glas kommt – Innenjalousien fangen die Wärme erst im Raum ab, wo sie bleibt. Es ist die einzige Maßnahme, die ohne Strom funktioniert, und in Wien die einzige, die gefördert wird.

Querlüften, und nur wenn es draußen kühler ist. Während einer Hitzewelle ist das grob zwischen 3 und 8 Uhr früh der Fall. Tagsüber Fenster geschlossen und verschattet halten.

Ventilatoren kühlen den Menschen, nicht den Raum. Sie beschleunigen die Verdunstung und verschaffen Erleichterung, senken die Raumtemperatur aber nicht. Oberhalb von etwa 35 °C reicht das allein nicht mehr.

Dauerhafte Lösungen jetzt planen, nicht mitten in der Welle. In der Hitze sind Fachbetriebe am stärksten ausgelastet. Was Kühlung bei Ihnen kosten würde, rechnet der Hitzerechner; die passende Leistung ermittelt der Kühlleistungsrechner. Für Mietwohnungen lohnt vorab der Blick in Klimaanlage im Mehrparteienhaus.

Und das Naheliegende: viel trinken, Anstrengung in die kühlen Randstunden legen, tagsüber im Schatten bleiben, nach älteren Nachbarn schauen. Die AGES-Zahlen zeigen sehr deutlich, wen Hitze zuerst trifft.

Häufig gestellte Fragen

Kommt Ende Juli 2026 eine Hitzewelle nach Österreich?

Für die Zeit ab etwa 31. Juli bis in die ersten Augusttage zeichnet sich ein neuer Hitzeschub ab. Eine amtliche Warnung von GeoSphere Austria lag zum Redaktionsschluss nicht vor, und die kursierenden Spitzenwerte von 42 bis 43 Grad stammen von privaten Wetteranbietern, nicht vom nationalen Wetterdienst.

Was bedeutet die Hitze-V für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer?

Seit 1. Jänner 2026 löst eine Hitzewarnung von GeoSphere Austria Pflichten für Arbeitgeber aus – eine Warnung ist damit nicht mehr bloß eine Information. Maßgeblich ist die gefühlte Temperatur, in die neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchte, Wind und Strahlung einfließen.

Wie hoch ist der österreichische Hitzerekord?

40,5 °C, gemessen am 8. August 2013 in Bad Deutsch-Altenburg (Niederösterreich). Er hielt auch der Juni-Hitzewelle 2026 stand: Wien-Innere Stadt erreichte am 29. Juni 2026 mit 40,0 °C einen neuen Wiener Allzeitrekord – bei einer Messreihe seit 1775 –, blieb aber unter dem Bundesrekord.

Darf man im Wiener Gemeindebau eine Klimaanlage montieren?

Ja. Wiener Wohnen erlaubt die Montage von Klimageräten seit 20. Mai 2026; davor war sie faktisch nur ab Pflegestufe 6 möglich. Wiener Wohnen empfiehlt im selben Zug außenliegenden Sonnenschutz, den die Stadt Wien mit 50 % der Kosten und maximal 1.500 € fördert.

Was du als Nächstes lesen kannst

Verwandte Städte

Stadtseiten mit Daten zu Temperaturen und Hitzebelastung.

Quellen und Literaturstütze

  • GeoSphere Austria – Warnungen und aktuelle Wetterlage: https://www.geosphere.at/de/warnungen
  • GeoSphere Austria – Klimabilanz Juni 2026: Trotz Rekord-Hitzewelle nicht der wärmste Juni der Messgeschichte (2. 7. 2026): https://www.geosphere.at/de/aktuelles/news/juni_2026_nicht_der_waermste_der_messgeschichte
  • W24 / APA – 40,0 Grad: Wien hat neuen Hitzerekord (29. 6. 2026): https://www.w24.at/News/2026/6/400-Grad-Wien-hat-neuen-Hitzerekord
  • AGES – hitzeassoziierte Sterbefälle in Österreich: https://www.ages.at
  • Statistik Austria – Verkehrstote 2024: https://www.statistik.at
  • Wiener Wohnen – Information zur Montage von Klimageräten im Gemeindebau (ab 20. 5. 2026): https://www.wienerwohnen.at
  • Stadt Wien (MA 50) – Förderung für außenliegenden Sonnenschutz: https://www.wien.gv.at